Ein internationales Kooperationsprojekt unter Beteiligung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhält von der Forschungsinitiative „Aligning Science Across Parkinson’s“ eine Förderung von rund 7,7 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre. Davon gehen knapp 1,8 Millionen Euro an die UMG, dem einzigen deutschen Partner im Projekt. Ziel der Studie ist es, die molekularen Mechanismen besser zu verstehen, die zur Entstehung der Parkinson-Krankheit beitragen. Die Erkenntnisse könnten langfristig den Weg für neue Therapieansätze ebnen.
Die Forschung des UMG-Teams, bestehend aus Prof. Dr. Christine Stadelmann-Nessler und Prof. Dr. Rubén Fernández-Busnadiego aus dem Institut für Neuropathologie (beide MBExC Mitglieder) sowie Prof. Dr. Brit Mollenhauer aus der Klinik für Neurologie und der Paracelsus Elena Klinik Kassel, konzentriert sich insbesondere auf die molekulare und strukturelle Charakterisierung der Mitochondrien im Gehirn von Parkinson-Patient*innen. Dabei kommen modernste Technologien wie die räumliche Transkriptomik zum Einsatz. Diese funktioniert wie ein „molekulares GPS“ – die Forschenden können sehen, welche Gene in bestimmten Zellen „eingeschaltet“ sind und wie sich diese Zellen im Gewebe verteilen und gegenseitig beeinflussen. Mit der Kryo-Elektronentomographie wird zudem die Struktur der Mitochondrien in nahezu atomarer Auflösung untersucht. Bei diesem bildgebenden Verfahren werden die Gewebeproben in ihrem ursprünglichen Zustand bei weniger als -150 Grad Celsius schockgefroren. Dies ermöglicht die dreidimensionale Darstellung der Mitochondrien und weiterer Zellbestandteile, da die Proben aus verschiedenen Winkeln fotografiert werden können.
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Das Forschungsteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Prof. Dr. Christine Stadelmann-Nessler, Direktorin des Instituts für Neuropathologie der UMG, Prof. Dr. Rubén Fernández-Busnadiego, Leiter der Arbeitsgruppe „Strukturelle Zellbiologie” am Institut für Neuropathologie der UMG, und Prof. Dr. Brit Mollenhauer, Oberärztin in der Klinik für Neurologie der UMG und Chefärztin der Paracelsus Elena Klinik Kassel (v.l.n.r.). Fotos: umg/frank stefan kimmel (links); umg/samer al mhethawi (Mitte); paracelsus elena klinik (rechts)

