Ein neues epidemiologisches Modell zeigt ein paradoxes Ergebnis: Erhöhte Infektionsraten bei sexuell übertragbaren Krankheiten können auf vermehrte Tests zurückzuführen sein, während die tatsächliche Prävalenz zurückgeht. © MPI-DS

Ein Testparadoxon bei sexuell übertragbaren Infektionen

Seit mehreren Jahren ist die Präexpositionsprophylaxe gegen HIV (PrEP) ein großer Erfolg bei der Prävention neuer Fälle. Jedoch neigen Personen, die PrEP anwenden, in der Regel zu risikoreicherem Sexualverhalten und sind daher anfälliger für andere sexuell übertragbare Infektionen (STIs). Um dem entgegenzuwirken, müssen Personen die PrEP anwenden, regelmäßig verpflichtende Tests auf STIs wie Chlamydien und Gonorrhö durchführen lassen. Falldaten zeigen einen Anstieg der mit solchen STIs infizierten Personen nach Beginn der PrEP. Eine neue Modellstudie liefert nun eine kontraintuitive Erklärung, die auf ein Testparadoxon hindeutet: Auch wenn die Zahl der erfassten Fälle steigt, kann die tatsächliche Zahl der STIs zurückgehen.
 
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