Der transparente Bildschirm, auch Dyadische Interaktionsplattform genannt, auf der zwei Teilnehmende das Kooperations-Wettbewerbs-Spiel spielen. © Thorge Beilfuß

Konkurrenz oder Kooperation

Studie zeigt, wie sich Zweiergruppen bei einer gemeinsamen Aufgabe koordinieren
 
Wie entscheiden Menschen in Alltagssituationen, ob sie zusammenarbeiten oder miteinander konkurrieren – etwa, wenn zwei Personen gleichzeitig nach einem Gegenstand greifen oder gemeinsam eine Aufgabe lösen? Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPI), der Universität Göttingen und des Deutschen Primatenzentrums – Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ) zeigt, dass solche Entscheidungen nicht bereits im Voraus getroffen werden, sondern sich im laufenden Geschehen verändern. Das Forschungsteam entwickelte dafür ein neuartige Versuchsumgebung, die soziale Interaktion in Echtzeit erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass Teams stabile kooperative, gemischte oder wettbewerbsorientierte Rollen ausbilden – und dass diese Muster aus dem Zusammenspiel sozialer Motive, Bewegungsdynamik und früherer Erfahrungen entstehen (Communications Psychology).
 
Warum kooperieren, wenn Wettbewerb mehr einbringt?
Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft die Kosten der Kooperation. Bei vielen Teams war ein Partner schneller oder geschickter, was bedeutet, dass dieser Spieler insgesamt mehr hätte verdienen können, wenn er sich wettbewerbsorientiert verhalten hätte. Dennoch entschieden sich viele Teams für die Kooperation. „Dies zeigt, dass prosoziale Tendenzen individuelle Vorteile überwiegen können“, erklärt MBExC Mitglied Viola Priesemann, Neurowissenschaftlerin am MPI für Dynamik und Selbstorganisation. „Viele, aber nicht alle Menschen sind bereit, Kosten in Kauf zu nehmen, um die gegenseitige Koordination aufrechtzuerhalten – etwas, das wir auch in breiteren sozialen Kontexten beobachten können.“
 
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